Felsenweg Vogesen

Felsenweg Geschichte

Der Sentier des Roches, auf Deutsch der Felsenweg oder Felsenpfad, ist ein elsässischer Gebirgspfad in den Vogesen. Der Pfad wurde 1910 angelegt, um den Vogesenkamm in diesem Bereich gut überqueren zu können. Zwischen 1871 und 1918 verlief die deutsch-französische Grenze auf dem Gebirgskamm.

Warum der Felsenweg?

Wir verbrachten mal wieder ein paar Tage im Elsass und hatten den Fokus auf das Wandern gelegt. Eines unserer Ziele war der Felsenweg. Da wir aber eine größere Tour planten, sollte der Sentier des Roches ein Teilstück sein. Die umliegende Landschaft ist genauso reizvoll, sodass wir einen Rundweg planten.

Der Hohneck (1363 hm)

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Als Startpunkt wählten wir den dritthöchsten Berg der Vogesen, den Hohneck. Von hier aus hat man bei klarem Himmel eine wunderbare Rundumsicht auf die Hochvogesen, bis hin zum Schwarzwald. Das war natürlich gleich eines der Highlights der Tour, aber auch Motivation mehr zu sehen. Bestens gelaunt starteten wir also in Richtung kleinem Hohneck.

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Nach circa anderthalb Kilometern erreichten wir den kleinen Hohneck. Der Rundumblick war nach wie vor super. Hier grasten Pferd und Kuh auf derselben saftigen Weide. Uns gefiel es hier so gut, dass wir uns am liebsten niedergelassen hätten. Vor uns lag aber noch ein gutes Stück, wir waren ja schließlich noch ganz am Anfang.

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La grotte Dagobert – eine Legende aus den Vogesen

Wir stiegen wieder vom kleinen Hohneck herunter und bogen nach rechts ab. Es ging nun einen kleinen Pfad entlang des Schaeffertals.

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Bevor man dem Weg in Richtung Frankental folgt, sollte man unbedingt einen kleinen Abstecher zur Dagobert Grotte machen. Der Legende nach hat der König Dagobert hier im 7. Jahrhundert gejagt. Bei der Verfolgung eines Bären habe er sich verlaufen. Zwei seiner Begleiter beschlossen ihn zu töten, um seinem Bruder Childéric auf den Thron zu helfen. Dies hörte Dagobert glücklicherweise und flüchtete in die kleine Höhle. Als die zwei Verräter verschwunden waren, kehrte Dagobert zurück. Die beiden verräterischen Begleiter wurden daraufhin in ein Sumpfloch, dem Etang Noir geworfen. Das Sumpfloch befindet sich hinter der Ferme Auberge du Frankenthal, unserem nächsten Zwischenziel.

 

Ferme Auberge du Frankenthal

Nachdem wir wieder aus der kleinen Grotte geklettert waren, folgten wir dem Weg weiter. Hier hat man eine wunderbare Möglichkeit zur Rast. Die Auberge ist, meines Wissens nach, zwischen April und Oktober geöffnet. Neben der wunderschönen Aussicht kann man ebenfalls die Martinswand bestaunen. Diese ist sehr beliebt bei Kletterern.

 

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts wurde im Tal der Franken Viehzucht betrieben. Durch die vielen Kriege wurden aber sehr viele Weiden aufgegeben. Da sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Bevölkerung stark vermehrte, begannen die Einwohner des Münstertales wieder die Viehzucht zu intensivieren. Mit der Industrialisierung des 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Bauern ab und mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges verschwand der Rest der Bewohner.

Sentier des Roches

Nachdem wir das Tal auf uns hatten wirken lassen und wieder gestärkt waren, gingen wir die letzten Meter zum Beginn des Sentier des Roches. Vom Krappenfels aus begaben wir uns nun auf den circa drei Kilometer langen Weg. Was uns sehr gefiel, war die Abwechslung der Beschaffenheiten. Von kleinen Geröllfeldern, über kleine Pfade bis hin zu Leitern und Stegen ist alles dabei.

 

Für den ein oder anderen wird der Weg anstrengend werden. Man sollte festes Schuhwerk, am besten Wanderschuhe tragen, auf keinen Fall Sandalen, wie des Öfteren beobachtet, da man teilweise über Felsen klettern muss. Der Weg ist sehr exponiert und es geht teilweise extrem steil nach unten. Viele Touristen, ich sage beabsichtigt Touristen und nicht Wanderer, unterschätzen diesen Weg dennoch. In den letzten Jahren gab es immer wieder tödliche Stürze und Unfälle. Es ist eben kein normaler Waldweg.

 

Für ein paar Minuten konnten wir immer wieder die Stille genießen. Wenn nicht gerade Großfamilien den Weg in einen Abenteuerspielplatz verwandelten oder jemand lautstark „Uschi, komm mal her“ rief. Ich bin selbst Deutscher, aber manchmal ist mir das Auftreten unserer Landsleute ein wenig peinlich.

 

Ich muss aber wirklich sagen, dass sich der Abschnitt sehr lohnt. Auch für Familien mit nicht allzu kleinen Kindern. Man muss aber achtsam sein. Die Natur und die Luft begeistern. In meinen Augen ein hervorragender Weg, um die Vogesen kennenzulernen.

 

Col de la Schlucht (1139 hm)

Der Col de la Schlucht ist ein Pass in den Vogesen. Er ist eine sehr alte Landesgrenze zwischen Elsass und Lothringen. Die Grenze hatte aber auch kulturelle sowie religiöse Hintergründe. Auch hier verbirgt sich viel Geschichte.

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Aber auch für Wanderer und Skifahrer ist dieser Pass nicht unbekannt. Zum einen gibt es hier ein Skigebiet, zum anderen verläuft hier der Fernwanderweg E2. Die Tour de France passierte den Pass auch schon mehrfach.

Am bekanntesten dürfte der Pass wohl bei den Motorradfahrern sein. Da die Route des Crêtes hier den Col de la Schlucht kreuzt. Einen tollen Artikel findet ihr darüber in folgendem Blog:
BILDERBUCH ELSASS: BERGE, GIPFEL UND PÄSSE, COLS UND BALLONS

Persönlich fasziniert mich, dass die Route des Crêtes ursprünglich eine Militärstraße war. Sie verläuft fast ununterbrochen auf westlicher Seite etwas unterhalb des Gipfelkamms und damit in Deckung vor deutschem Beschuss. Anders als die meisten anderen Straßen verbindet sie damit keine Orte untereinander.

Unsere Tour ging ebenfalls über den Col de la Schlucht. Das nächste Ziel waren die Hirschsteine.

Hirschstein-Pfad

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Am Anfang geht es etwa 100 Höhenmeter bergauf.

Wir hielten uns Rechterhand. Auf dem Spitzenfels (1255 hm) bot sich uns ein sagenhafter Ausblick. Man konnte den kleinen und großen Hohneck sehen.

 

„Da waren wir also gestartet und mussten dort wieder hin.“

 

Der Weg führte uns weiter zum Hirschstein Pfad.

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Dieser wird teilweise schon als Klettersteig deklariert. Ein Klettersteig-Set braucht man aber auf keinen Fall. Der Pfad ist aber trotzdem klasse und man hat, wie fast auf der ganzen Route, eine grandiose Aussicht.

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Markant waren eine kleine Treppe, welche durch einen Felsen führt, sowie eine schöne, recht neue Treppe (siehe Foto).

 

Über ein weiteres kleines Geröllfeld gelangten wir auf den Berg oberhalb des Hirschstein-Pfades. Das Panorama, welches sich uns hier bot, lies uns innehalten und genießen.

 

Au revoir Sentier des Roches, au revoir Col de la Schlucht
bonjour le Hohneck à nouveau

Nachdem wir wieder über den Col de la Schlucht zurückgingen, nahmen wir den Weg, welcher fast parallel zum Sentier des Roches verläuft. Nach einem erneut kurzen Anstieg verlief der Rückweg mit einer schwachen Steigung, was nach der Strecke, die wir in den Beinen hatten, recht angenehm war.

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Ein wunderschöner Abschluss ist der Ausblick, wenn man oberhalb der Martinswand, in Richtung Hohneck geht. Die Blicke über das Weite, trugen uns die letzten Meter zurück zum Parkplatz.

 

Resümee

Nach 15,9 Kilometern, und circa vier Stunden reiner Gehzeit kamen wir am Parkplatz an. Da man wieder auf 1363 Metern ist, kann man sich noch einmal ausruhen und die Landschaft genießen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Tour mit 720 Höhenmetern hoch, sowie runter für uns sehr gut machbar war. Wem die fast 16 Kilometer zu lang sind, der kann auch den Hirschsteinpfad auslassen. Hier spart man Kilometer und Höhenmeter. Wer, so wie ich, gerne fotografiert, sollte auf jeden Fall genügend Zeit einplanen.

In meinen Augen ist der Sentier des Roches für jeden, der die Natur liebt und gerne wandert ein absolutes Muss, wenn man in den Vogesen ist.

Unsere Tour: Wanderung Felsenweg und Hirschfelsen

Euer Steph

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