Wien – die Stadt „An der schönen blauen Donau“

Wien und die Donau. Dieses Verhältnis wird oft als eine Art Scheinehe bezeichnet. Entgegen des Titels „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß, ist die Sicht vieler Wiener eine andere. Zum einen ist die Donau gar nicht blau, zum anderen stehen die Einheimischen dieser Beziehung teils skeptisch gegenüber. Dennoch, Wien und die Donau werden oft in einem Atemzug genannt.

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Über die Jahrhunderte war die Donau eine der, wenn nicht sogar die wichtigste Versorgungsader. Dies trug zu dem stetigen Wachstum der Stadt bei und nicht wenige sagen, dass Wien niemals das heutige Wien sei, wäre da nicht die Donau. Die Donau schütze die Wiener ebenfalls bei den Türkenbelagerungen.

Bevor 1875 die Donauregulierung abgeschlossen war, war die Donau neben dem Segen des Warentransportes auch zugleich ein Fluch.

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Regelmäßige Überschwemmungen zerstörten die nahegelegenen Siedlungen immer wieder. Im Sommer dagegen trockneten die Flussarme oft aus. Die Donau war damals nicht mit dem heutigen Verlauf zu vergleichen. Damals war es ein großes Netz an Flussarmen. Die Donau bahnte sich Ihren Weg immer wieder neu. Mal kam sie dem Stadtkern näher, mal wanderte sie wieder weiter weg. Der heutige Donaukanal, war damals der Hauptstrom der Donau. Ständig versuchten die Wiener den Donaufluss zu korrigieren und zu beeinflussen. Dies gelang aber erst viel später.

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Mit dem 19. Jahrhundert begann die Veränderung. Die Bevölkerung wuchs enorm an. Neue Siedlungsräume wurden dringend benötigt. Unter Kaiser Franz Joseph begann dann die Donauregulierung. Diese wurde, wie oben genannt, 1875 abgeschlossen. Der heutige Hauptfluss wurde eröffnet und die Praterinsel (heutiger 2. und 20. Bezirk) entstanden. Das Kleingewerbe begann an den Ufern zu florieren.

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Der Donaukanal hingegen wurde zum Entsorgen von Müll und Dreck verwendet. Dementsprechend war diese Gegend auch nicht mehr ansprechend und zog die Obdachlosen an. Erst um 1970 wurde begonnen, den Kanal zu reinigen und zu einer attraktiven Gegend umzugestalten.

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Nachdem die Stadt ständig weiterwuchs, war die Donau am Ende doch wieder „in“ der Stadt und die Ehe schien erneut besiegelt. Eine interessante Aussage traf Andreas Dusl 1987:

„Wenn aber der Wiener etwas mehr hasst als sich selbst und die anderen Bewohner seiner taubenverschissenen Stadt, dann ist es das Wasser.“

Ich musste schmunzeln, als ich das las. Denn wenn man heute an die Donau kommt, merkt man nicht viel von der Abneigung. Gerade an der alten Donau gibt es den Florisdorfer Wasserpark, mehrere Strandbäder, sowie verschiedene Möglichkeiten kleine Boote zu mieten. Inmitten des sehr schön angelegten Donauparks steht der Donauturm. Der Donaupark entstand durch die Wiener Gartenschau 1964.

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Im nächsten Teil: die Donaupark, der Donauturm, die UNO City und vieles mehr!

Hier geht es zu dem ersten Teil der Wien-Serie.

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